Berlin-Brandenburgisches Künstlerinnenlexikon

Wolfthorn, Julie: Ausflugslokal an See (Public Domain Mark @ Stiftung Stadtmuseum Berlin / Michael Setzpfandt, 2021)

Julie Wolfthorn (1864-1944)

Porträt- und Landschaftsmalerin, Illustratorin aus Thorn (Westpreußen), auch publizistisch tätig, stammte aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie, der Bruder wurde Bildhauer, die Schwester Übersetzerin. Ab Anfang 1880er Jahre in Berlin, Ausbildung hier und in Paris 1890er Jahre, zahlreiche Studienaufenthalte in Dachau, Worpswede, Schreiberhau, Hiddensee und Ascona, Frankreich, Italien, Belgien und Holland. 1896 künstlerischer Erfolg, seitdem neben Käthe Kollwitz und Dora Hitz zu den führenden Künstlerinnen der Secession gehörend. Mitglied des Vereins der Berliner Künstlerinnen (1898-1933), Frauenkunstbund, Lyceum-Klub, auch im Frauenkunst-Verein München. Stilistisch kann sie je nach Anforderungen mal mehr symbolistische, mal mehr impressionistische Stilelemente anwenden, ihre Illustrationen und Plakate sind vom Jugendstil beeinflusst. Seit 1904 verheiratet mit dem Kunstschriftsteller Rudolf Klein-Diepold (1871-1925), seit dieser Zeit unterhielt sie auch ein Schülerinnenatelier. Bis 1933 auf Ausstellungen vertreten. 1942 gemeinsam mit der Schwester, mit der sie zusammenlebte, nach Theresienstadt deportiert, dort 1944 umgekommen. Über 500 Werke bisher nachweisbar, u.a. in Berlinischer Galerie, Kupferstichkabinett und Nationalgalerie Berlin, Kunsthalle Kiel. Seit 1998 gibt es den Julie-Wolfthorn-Freundeskreis. [kl-bb]

Alternative Namensformen

Normdaten

Person

Geburtsdatum 08.01.1864
Geburtsort Toruń
Herkunftsregion Westpreußen
Sterbedatum 29.12.1944
Sterbeort KZ Theresienstadt
Wohnsitze Berlin
Religion Judentum

Tätigkeit

Technik Druckgraphik, Lithographie, Malerei
Gattung Landschaft, Porträt

Familie

Vater Julius Wolff (Kaufmann)
Mutter Mathilde Wolff
Geschwister Georg Wolf (Bildhauer)
Luise Wolf (Übersetzerin)
Ehepartner Rudolf Klein-Diepold

Netzwerk

Lehrer/-innen Gustave Courtois, Paris, 1892-1893
Edmond Aman-Jean, Paris, 1892-1893
Curt Herrmann, Berlin, 1895
Hat getroffen Käthe Kollwitz

Quellen und Literatur zu Julie Wolfthorn

Landesarchiv Berlin, Standesamt Berlin-Charlottenburg I, Heiratsregister, Reg.-Nr. 225/1904, 1904.

Quo vadis, mater? Künstlerinnen des Berliner Lyceum-Clubs 1905-1933. Ausstellungskatalog. Hrsg.: Internationaler Lyceum-Club Berlin e.V. Berlin 2015, 2015.
Verein der Berliner Künstlerinnen, Käthe, Paula und der ganze Rest. Künstlerinnenlexikon, Berlin 1992, S. 85.

Stammbaum

Karte

Aktivität

Verknüpfte Objekte bei museum-digital

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Wolfthorn, Julie: Flüchtlinge (aus: Wachtfeuer)

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