Otto Scherfling (1827-1881)
Landschaftsmaler, Schreib- und Zeichenlehrer in Berlin, unehelicher Sohn einer Schneiderstochter und eines preußischen Leutnants, älterer Bruder des Kupferstechers Adolph Scherfling. Ausbildung nicht nachweisbar, sicher in Berlin. Seit 1855 verheiratet, wohl keine Kinder. Mitglied des Vereins Berliner Künstler; auch Mitglied im Entomologischen Verein Berlin und mit entomologischer Sammlung. Als Schreib- und Zeichenlehrer am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Berlin tätig.
Darüber hinaus vielfältige Reisen vor allem nach Süddeutschland und in die Alpen. Mit Aquarellen zwischen 1860 und 1881 auf der Berliner Akademie-Ausstellung vertreten, sämtlich Landschaftsmotive seiner Reisen und aus der Mark Brandenburg darstellend. Ausstellungsdebüt ein Motiv aus der Märkischen Schweiz bei Buckow. 16 Aquarelle erworben von der Nationalgalerie Berlin (jetzt Kupferstichkabinett), der größte zusammenhängende Bestand zum Künstler, Zeugnis der Wertschätzung zu Lebzeiten. Seine brandenburgischen Aquarelle zeigen sonst nicht dargestellte Motive, auffallend ist sein Blick für die differenzierte Darstellung unterschiedlicher Baumarten. Detailliert und stimmungsvoll ausgeführt in der Tradition der realistischen Reiseaquarelle, diese Tradition mit der Moderne abbrechend. Im Kunsthandel vereinzelt, insgesamt etwa 40 Werke nachweisbar, die sicher nur einen geringen Teil seiner ursprünglichen Tätigkeit darstellen. [kl-bb]