Caroline Bardua (1781-1864)
Porträt- und Historienmalerin, im Alter auch Genre, aus Ballenstedt/Harz, der es gelang, deutschlandweite Anerkennung zu finden. Der Vater, musikalisch, Bediensteter des Ballenstedter Hofes, dadurch die Familie in vertrauensvollem Verhältnis zu diesem kleinen Hof. Finanzierte nach dem Tod des Vaters mit ihrer Malerei auch Mutter, Ausbildung und Unterhalt des Bruders zum Juristen, der jüngeren Schwester als Sängerin, mit denen sie zusammenlebte; der Traum von Italien dadurch nicht erfüllbar.
Ausbildung in Weimar an der Freien Zeichenschule und dort auch Kontakt mit Goethe und in dessen Umfeld eingebunden, außerdem in Dresden bei Gerhard von Kügelgen, 1810–1814 auf der Dresdner Kunstausstellung. Anschließend in Halberstadt, Halle an der Saale, seit 1819 als Porträtmalerin tätig in Berlin. 1820–1846 auf der Berliner Akademie-Ausstellung vertreten, ab 1826 Reisen und Aufenthalte in kleineren Kunstzentren - auch wegen Konkurrenz in Berlin. Dort in bürgerlichen Schichten meist auf Empfehlung tätig. Ihre Malerei überhaupt meist Auftragsarbeiten zu erstaunlich niedrigen Preisen. Variantenreich in ihrer Porträtmalerei, einfallsreich auch ihre Lebenden Bilder ("Tableaux vivantes"), hier auch ihre Schwester in der Theaterinszenierung tätig. Zeitlebens mit ihrer jüngeren, mitunter kränkelnden Schwester zusammenlebend. Ihre Originalität von Zeitgenossen hervorgehoben. Das Werkverzeichnis erwähnt 367 Gemälde und an die 100 Zeichnungen, weniger als ein Drittel davon erhalten. In zahlreichen Sammlungen und in Privatbesitz vertreten. [kl-bb]